Kooperation ist der Schlüssel...

Und mit den richtigen Partnern geht wirklich was...

 

Die Idee entstand vor rund einem Jahr. Da entdeckte ich nämlich einen Post auf Facebook aus Spanien, in dem eine geniale und zugleich einfache Idee umgessetzt wurde: Eine Futter Röhre aus Abwasserrohren, in das man Trockenfutter einfüllen konnte! Ich glaube, damals hattte ich noch nicht im Kopf, dass ich das einmal nachbauen würde. Man braucht ja immer zuverlässige Partner vor Ort, die sich auch anschließend darum kümmern mögen.

 

Ich teilte den Post ersstmal nur in meiner Chronik in Facebook in der Hoffnung, dass dieses Beispiel viele Nachahmer finden würde. Und richtig: ein knappes Jahr später - rechtzeitig vor unserer Reise nach Rumänien - tauchten wieder solche Bilder in meiner Chronik auf. Diesmal stammten die Bilder von Dr. Aurelian Stefan. Die Futter Pipes hatten also den Sprung nach Rumäinien gesschafft.Toll!

 

Das reicht ja aber immer noch nicht: Was nun noch fehlte, waren die Menschen, die das vor Ort weiterführen könnten. Aber wir hatten inzwischen schon die richtigen Tierfreunde kennengelernt. Mit ihnen hatten wir unsere diesjährige zweitätigige Kastraionssaktion geplant, weil uns ihre Arbeit und das Engagement des noch jungen rumänischen Vereins sehr beeindrucktt hat. Seit Januar 2018 offiziell ein Verein setzen sie sich aus einer Reihe junger, engagierter Verantwortlicher und Freiwilliger zusammen und verfolgen Ziele, die wir mehr als befürworten:

  • flächendeckende Kastrationsaktionen
  • Adoptionen im eigenen Land
  • Einbindung der lokalen Behörden zur Förderung des Bewusstseins
  • Verbesserung der Konditionen im Shelter vor Ort

Alles Ziele, die auf die Verbesserung der Situation im eigenen Land abstellen und keine massenhafte Exportwelle von Tieren ins Auslandd vorsah. Gut, das ein oder andere Tier kann dann auch mal nach Deutschland vermittelt werden. Aber im Vordergrund steht, unter den Rumänen das Bewusstsein zu fördern, dass man in erster Linie adoptieren solle.

 

So zeigte ich ihnen die Fotos, die unser Dr. Aurelian Stefan selbst geschossen hatte, und sie waren sofort begeistert von der Idee solche "feeding pipes" zu bauen. Sie füttern eh regelmäßig die Streuner und dies würde ihnen die Arbeit erheblich erleichtern. Nun war also die Idee geboren und wir konnten in die Planung gehen. Aber zunächst einmal wollten wir uns noch besser kennenlernen und vor allem unsere beiden Kastrationstage im Sinne der Hunde gut meistern. Für Montag und Dienstag waren diese Tage geplant und alles lief glatt - dank des engeagierten und professionellen Team im Center of HOPE. Mittwoch, so der Plan, würden Martin und ich das erforderliche Material besorgen und dann könnten wir uns mit den "Arca"- Verantwortlichen treffen und los legen... Die Einkaufsliste hatten wir  ja schon in Deutschland geschrieben, ein Allzweckwerkzeug  wurde in den Koffer gelegt und ein Baumarkt war auch schnell gefunden.

 

Aber wir stellten es uns leichter vor, als es schlussendlich werden sollten. Wir fuhren nun in Ploesti zuvor gefundenen Baumarkt an: einen Praktiker Baumarkt! Wir betraten den Markt und uns stand vor Erstaunen der Mund offen: Ausverkauf! Fast nix mehr da von dem, was wir brauchen würden. Ganz kurz dachte ich: "Das war`s jetzt - Idee geplatzt!" Aber zum Glück hatten wir zuvor entdeckt, dass es in der Nähe noch zwei weitere Baumärkte gab, die versprachen, über das gewünschte und erforderliche Material zu verfügen. Und richtig: Im zweiten Baumarkt fanden wir alles für unsere Futterrrohre: die Rohre selbst, zwei verschiedene "Kurven" mit unterschiedlichem Winkel (67° für die erste Kurve und 45° für die zweite Kurve), Deckel als Abschluss und Schutz vor Regen und sogar noch zwei verschieden lange Verlängerungsrohre (25 und 50 cm), mit denen wir das Volumen der Futter Pipes und damit die Futtermenge erhöhen konnten.

 

Aber jetzt kam der schwierigere Part: Wie würden wir die Rohe montieren? Wir hatten uns darüberr schon in Deutschland Gedanken gemacht, aber wie sollten wir den rumänischen Baumarkt Angestellten mitteilen, was wir suchten, wenn wir die Begriffe nicht mal auf deutsch kannten? Wir irrten eine Weile durch den Markt, fanden Draht, fanden Nägel, fanden Krampen, fanden eine Kette. Letztere erschien uns aber eher ungeeignet... Schließlich holte ich die Bilder von Aurelian hervor und zeigte auf das, was ich kaufen wollte. "Bandana ..." sagte er zu mir und zeigte mir die Reihe, wo ich es finden könnte. "Lochband!", dachte ich, "Richtig!" Es gab sogar drei Sorten. Nun hatten wir alles Material für die Futteer Pipes zusammen. Noch schnell in den dritten Baumarkt mit Schwerpunkt Garten, um das Material für die Wasserstationen zu kaufen und dann auf nach Campina. Für unsere Wasserstellen fanden wir zwar nicht das gewünschte Material, aber Balkonkästen taten es dann unserer Meinung nach auch. Dann noch in einem Supermarkt Hundefutter und Wasser kaufen. Jetzt aber wirklich los! 

 

In Campina wurden wir erneut positiv von den Menschen um Arca lui Norocel überrascht: wir hatten mit 3, vielleicht 4 aktiv Beteiligten gerechnet. Aber insgesamt waren 10 tierfreundliche Menschen gekommen, die mit uns die Futterstattionen bauen wollten. Bewaffnet mit weiterem Werkzeug, was wir zuvor in Auftrag gegeben hatten, machten wir uns nun im Fahrzeugkonvoi auf zur ersten von insgesamt drei Stellen auf. Martin und ich bauten die erste Station modellhaft vor, die anderen Futter Pipes wurden dann von den Männern von Arca gemeinsam mit Martin aufgebaut, während sich die Frauen über die uns zuschauenden Straßenhunde und die Situation in Rumänien allgemein unterhielten. Wir Frauen waren uns einig, dass nur flächendeckende Kastrationen das Problem lösen werden, nicht Adoptionen. Aber dafür wird nicht so gerne gespendet. Aber zumindest hatten wir die klassische Rollenverteilung wieder hergestellt! ;-)

 

Fotos: Arca lui Norocel und WAVE e.V.

Wie man in der Galerie sehen kann, waren die Futterstationen in Windeseile und an etwas zurück gelegeneren Plätzen hoffentlich für lange Zeit monitiert. An jeder Stelle wurde ebenfalls eine Wasserstelle nebstt "Badeleiter" für kleinere Tiere aufgestellt: nennt uns gerne verrückt, aber wie oft ertrinken kleinere Tiere und für die Hunde bedeutet Wasser sehr viel: denn im heißen rumänischen Sommer wird Wassermangel regelmäßig zum Problem. An jeder Station wurde unsere Arbeit von den vierbeinigen Freunden aus sicherer Entfernung beäugt und geduldig abgewartet, bis wir endlich fertig waren. Die Abnahme an Station 1 erfolgte dann auch umgehend: ein schwarzbrauner Streuner wagte sich an die Futer Pipe, als wir die Rückzug angetreten hatten und wir konnte sehen, dass es klappt!

 

Die Materialkosten von 10 Euro pro Futter Pipe sind erschwinglich. Aber wenn man bedenkt, dass man alle 4 - 5 Tage zwei 10 Kilo Säcke nachfüllen muss, dann geht doch einiges buchstäblich durchs Rohr! Wir suchen jettzt Futterpaten oder Futterhersteller bzw. -lieferanten für eine Futterspende, damit wir die Plätze auch regelmäßig auffüllen können und uns wenigstens darüber keine Sorgen machen müssen. Wer gerne dafür spenden würde oder jemanden wüsste, der uns bzw. genauer gesagt Arca lui Norocel mit Futtermittel versorgen könnte, wir freuen uns über jede Hilfestellung!

 

So, das war's erstmal von unseren Futterstationen aus Campina! Viele Grüße, Eure Claudia

 

Im Mai 2018

Druckversion Druckversion | Sitemap
Impressum | Datenschutz
© World Animal Veterinary Emissaries (WAVE) e.V