Wie haben wir 2018 unsere Satzungsziele erfüllt...

Zunächst einmal... Was lauten denn überhaupt unsere Satzungsziele? Gute Frage! In der Satzung klingt das ja immer ein wenig hochtrabend und ist oft sehr juristisch formuliert. Daher fassen wir es mal in eigene Worte:

 

Wir bekämpfen das Tierelend auf den Straßen Europas, derzeit vorwiegend in Rumänien, weil uns dort das Leid am größten erschien. Die dafür nötigen Mittel setzen wir vorwiegend in Projekte ein, die der Eindämmung der Population vor Ort und damit letztendlich auch irgendwann den Zustrom nach Deutschland überflüssig machen. Kurz: wir wollen, dass die Tiere auch im eigenen Land ein vernünftiges, würdiges Leben führen können. Dazu sind wir auf das Sammeln von Spenden angewiesen. Denn diese Spenden setzen wir hauptsächlich ein...

 

  • für die Finanzierung von Kastrationsaktionen von Streuner und Besitzerhunden
  • für die Behandlung von Tieren, insbesondere Maßnahmen zur Prävention tödlicher Krankheiten (Impfungen, Entwurmungen, u.ä.)
  • für die Aufklärung des rumänischen Volkes über die Notwendigkeit von Kastration, artgerechter Haltung und Präventation

 

Im Kasten nebendran ist der entsprechende Auszug unseres Zweckes und unserer Ziele abgebildet. Das war doch gar nicht so schlimm oder? Trockene, jurisitisch formulierte Satzungen lesen, ist viel unangenehmer.

Auszug Satzung: Zweck und Ziele

Den Kinder gehört die Zukunft!

 

So, und was haben wir nun genau getan?

Dass World Animal Veterinary Emissaries (WAVE) e.V. ein deutsch-rumänischer Förderverein ist, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Streunerpopulation in Rumänien zu mindern, ist Euch bekannt. Seit unserem Gründungsjahr 2016 bemühen wir uns mit Hilfe einiger rumänischer Tierärzte und einer Gruppe von engagierten Tierschützern das ständig gegenwärtige Leid vor Ort zu bekämpfen. Das ist ein weiter Weg, der nur durch Kastrationen nachhaltig und wirklich effektiv erreicht werden kann. Deswegen haben wir uns in 2018 auf eines besonders fokussiert:

 

Kastrationsprojekte - nur so kann es klappen!

 

Das Streunerproblem ist ein Problem der Menschen. Und nur der kann es wieder lösen. Seit Oktober nun verfolgen wir einen anderen Ansatz: wir lassen die Tiere vorzugsweise von ihren Besitzern in die Tierarztpraxis bringen, um ihnen den langen Weg zu ersparen bzw. damit sie so lange wie möglich bei den vertrauten Personen sind. Dafür haben wir uns einen lokalen Tierarzt als Partner gesucht und vor allem ein Gutschein-System eingeführt. Damit ist gewährleistet, dass nur derjenige eine kostenfreie Kastration bekommt, der den Voucher vorlegen kann. Und das funktioniert erstaunlich gut – unser Projekt wird gut angenommen!

 

Unser Gutschein

 

Hier sieht man ein Beispiel für einen Gutschein:  Sie sind mit einem einmaligen Code versehen und werden individualisiert. So weiß der Tierarzt, dass wir die Kosten von 20 Euro für ein gebrachtes Tier bzw. 22 Euro für ein Tier, das einen Holservice brauchte, übernehmen. Und das alles war und ist nur möglich, weil uns immer wieder tierliebe Menschen unterstützen. 

Notfellchen - sie brauchen uns doch!

 

Auch in 2018 brauchten wieder etliche Tiere unsere Hilfe, denn die Welpenflut, die jedes Jahr entsteht, erfordert dies regelmäßig. Wir setzen dabei stark auf Prävention und unterstützen hauptsächlich Impfungen, weil Vorbeugen besser ist als Heilen. Tätig wurden wir in insgesamt 7 Fällen. Da war zuerst Caramela, sie erhielt von uns die nötigen Impfungen und das Ticket nach Deutschland. Heute lebt sie schön auf einem Bauernhof. Dann folgte Tataie, ein alter Opi, den Anda auf einem Feld allein und verlassen gefunden hatte. Er wartete dort wohl schon auf den Tod. Aber Anda machte ihm einen Strich durch die Rechnung und nahm ihn mit. Seine Behandlung gegen Pilzbefall übernahmen wir selbstverständlich und jetzt lebt der Opi glücklich und zufrieden. Dann folgte ein namenloser Welpe, der in der Klinik in Craiova soeben Babesiose überstanden hatte.

 

Die hübsche Caramela

Jessy - vom Streuner zum Prinz!

Jessy, unseren 4. Fall, kennt wahrscheinlich auch jeder: Er hätte Räude, sein Fell war schon weg gekratzt und einige Stelle waren sogar schon blutig. Iulia nahm ihn mit, päppelte ihn auf und behandelte die Räude. Heute lebt er glücklich in Bukarest. Danach fand Ileana in der Nähe ihrer Arbeit eine alleinerziehende Mutter mit 4 Kindern (Fall 5) und sammelte sie ein. Sie waren nämlich ständig in Gefahr von Hundefänger gefunden zu werden. Und was das bedeutet braucht man wohl niemanden zu erklären. Wir übernahmen die Erstbehandlung. Im Shelter von Campina, der seit Mitte 2018 unter neuer Leitung steht und in dem seither keine Tötungen mehr durchgeführt werden, durften sich die Fünf erstmal erholen und haben vielleicht die Chance auf Vermittlung. Dann wurde bei einer unserer Kastra Aktionen noch ein Tumor bei einer Hündin (Fall 6) entfernt.

 

Und unsere (hoffentlich) letzten Schützlinge für dieses Jahr sind unsere Weihnachtswelpen (Fall 7). Zuerst waren es ja nur zwei, die auf der Straße herumliefen. Unsere engsten, treuesten Spender durften Namen suchen: Funny und Coffee. Dann wurde Toffee gefunden, wie sie auf der Straße herumlief. Ein besorgter Passant informierte Iulia und bat darum, sie aufzunehmen. Und zum Schluss wurden aus drei dann noch vier Welpen mit Mutter. Denn Iulia musste schon wieder los: Jemand drohte die beiden umzubringen, wenn sie nicht jemand wegholt. Für die drei, FunnyCoffee und Toffee, haben wir Impfpatinnen gesucht und gefunden. Bei dem vierten Welpen und dessen Mutter haben wir noch die erste Impfung und die OP der Mutter übernehmen können. Denn der Welpe wurde vom Fleck weg adoptiert und wird von seinen neuen Besitzern weiter versorgt. Nicht zuletzt kam Arthur: auch er brauchte das volle Programm: Impfungen und Entwurmung!

Futterpipes: Wie bekommt man Streuner satt?

Die Futterentnahme Stelle

Dann war da ja noch unser Projekt „Füttere die Streuner!“, damit sie etwas zutraulicher werden und wir diese dann hoffentlich besser einfangen können. Denn auch und gerade sie müssen operiert werden. Außerdem sind satte Hunde weniger aggressiv. Im Mai waren wir also in Campina und haben an drei Stellen solche Futterrohre aufgestellt. Hinsichtlich der ausgewählten Stellen waren wir zunächst etwas skeptisch. Würde man diese Futterrohre nicht zu gut sehen? Was, wenn jemand das Material gut gebrauchen kann? Egal! Bedenken über Bord geworfen und angefangen zu bauen. Einige Monate, genau gesagt den Sommer über, ging alles gut. Das dichter werdende Laub verbarg die Futter Stationen immer besser.

 

Ein ganz schöner Kraftakt!

Der Herbst brachte dann leider zu Tage, was keiner sehen sollte. Und ab da wurden unsere Futter Stationen geräubert. Eine sogar komplett entfernt. Traurig, dass man in Rumänien den Hunden nicht mal ein Stück Plastik gönnt. Aber wir haben gelernt: Die nächsten, die wir bauen, werden an sicheren und privaten Plätzen gebaut, an Plätzen, wo uns die Besitzer möglicherweise beim Nachfüllen helfen könnten. So ist jetzt der Plan. Und wenn wir nächstes Jahr im Mai wieder hinfahren, werden wir schauen, ob wir für unsere beiden verbleibenden Pipes noch eine bessere Lösung finden oder sie wieder aufbauen. Eine wurde schon an sicherer Stelle uneinsehbar platziert, weitere 4 sollen noch folgen...
 
Und nicht versäumen möchten wir uns bei Euch für Eure Unterstützung zu bedanken und dass ihr uns das ganze Jahr über begleitet und mitgefiebert habt. Ohne Euch wäre das alles so nicht möglich gewesen! Danke schön!
 
Euer WAVE Vorstand

1. Vorsitzende WAVE e.V.

2. Vorsitzender WAVE e.V.

 

 

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